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Tierwohl im Fokus: Sonnberg baut „gläsernen“ Rinder - Schlachthof

Ein echtes Vorzeigeprojekt aus der BioRegion: Hier steht das Tierwohl im Fokus: Sonnberg baut „gläsernen“ Rinder Schlachthof.
Sonnberg Biofleisch ist Österreichs größter 100%-Biofleischer. Aufgrund der steigenden Nachfrage wird die Produktion in Unterweißenbach um 8,5 Millionen Euro ausgebaut. Bereits nächstes Jahr soll ein neuer Schlachthof nur für Rinder in Betrieb gehen, der ganz und gar am Tierwohl ausgerichtet wird.

10.000 Bio-Schweine, 5000 Bio-Jungrinder, 600 Bio-Kälber, 600 Bio-Lämmer werden pro Jahr von Sonnberg Biofleisch an den zwei Standorten in Unterweißenbach geschlachtet und verarbeitet (dazu kommen noch 30 Tonnen Bio-Putenfleisch, die Sonnberg verarbeitet). Der Schlacht- und Zerlegebetrieb in der Almstraße ist an seiner Kapazitätsgrenze angelangt. „Der Markt aber verlangt nach mehr“, erklärt der geschäftsführende Gesellschafter von Sonnberg Biofleisch, Manfred Huber. So beträgt der Bio-Anteil bei Fleisch und Geflügel laut Auswertung der AMA aus dem Vorjahr erst 4,6 Prozent, bei Wurst und Schinken 2,8 Prozent. Da ist noch viel Luft nach oben – Bio-Eier haben bereits einen Anteil von 20,3 Prozent erreicht, Bio-Käse liegt bei 9,4 Prozent.
Hauptabnehmer für die von Sonnberg hergestellten 100-%-BIO Fleisch- und Wurstwaren sind die großen Handelsketten, die Gastronomie und die eigenen Sonnberg-Verkaufsstellen in Wien.
Die Bauern auf der Mühlviertler Alm, wo Sonnberg produziert, orientieren sich an der steigenden Nachfrage. Jeder dritte Betrieb in der Region hat bereits auf Bio umgestellt. Mit 28 Prozent hat auch die BioRegion Mühlviertel einen sehr hohen Bio-Bauern-Anteil.

Ausbau als Gebot der Stunde
Mit einer Investition von 8,5 Millionen Euro baut Sonnberg seine Produktionskapazität aus. Ein eigener 100%-Bio-Schlachthof nur für Rinder wird am Areal der bisherigen Schaufleischerei und Wurstverarbeitung in der Sonnbergstraße gebaut. Gleichzeitig erfolgt die Erweiterung der 100-%-Bio-Wurstproduktion im Bereich der Klima- und Reiferäume. Der bisherige Schlachthof in der Almstraße wird zum reinen 100%-Bio-Schweine-Schlachthof umgebaut. Im Sommer 2019 soll die Erweiterung abgeschlossen sein.

Tierwohl im Vordergrund
Ruhiger und stressfreier soll alles sein – von der Abholung der Tiere am Bio-Bauernhof durch eigene Transporteure bis zur Schlachtung. Das ist das oberste Ziel des Neubaus bei Sonnberg. Die Tiere stammen aus den Ställen von rund 800 landwirtschaftlichen Partnern – überwiegend Kleinbetriebe – aus dem Mühl-, Wald- und Mostviertel. Mit einer maximalen Transportzeit von vier Stunden hat sich Sonnberg selbst ein Limit gesetzt – gesetzlich erlaubt wären acht Stunden und mehr.
Sowohl in der Schlachtung als auch in der Produktion arbeitet Sonnberg Biofleisch nur mit fix angestellten Fachkräften, die speziell geschult werden, um die hohen Ansprüche des Unternehmens in Sachen Tierwohl und Fleischqualität zu erfüllen. Damit sie ihr Handwerk mit Wertschätzung dem Tier gegenüber erledigen können, ist die Stundenleistung im Schlachthof auf 15 Rinder beschränkt. Während in konventionellen Großschlächtereien zwischen 60 und 70mal pro Stunde der Schlachtapparat klickt und Fehlschüsse nicht ausgeschlossen werden können, haben die Mitarbeiter von Sonnberg viermal mehr Zeit für die so sensiblen letzten Minuten im Leben der Tiere. „Auch ein Bio-Fleischer kann Tiere nicht zu Tode streicheln, aber wir geben die notwendige Zeit, um in Respekt vor dem Lebewesen alle notwendigen Schritte behutsam und präzise zu setzen“, erklärt Manfred Huber.
Die Trennung von Rinder- und Schweineschlachthof orientiert sich am natürlichen Verhalten der Tiere und ihren Bedürfnissen. So brauchen Rinder besondere Anreize und bauliche Maßnahmen, damit sie sich ohne Stress und ohne den Einsatz von Treib-Werkzeugen vom Wartestall auf den Weg in die Schlachtbox machen. Fachliche Rückendeckung für die geplanten Abläufe hat sich Manfred Huber vom Beratungs- und Schulungsinstitut für Tierschutz bei Transport und Schlachtung, BSI Schwarzenbek, geholt.
Der Lohn für die aufwändigere und sorgsame Behandlung der zur Schlachtung bestimmten Tiere schlägt sich wiederum in einer besseren Fleischqualität nieder. Manfred Huber. „Es ist mehrfach erwiesen, dass Tierwohl und Fleischqualität in engem Zusammenhang stehen. Mit den geplanten Maßnahmen wird es gelingen, unsere hochwertige Produktqualität auch für die Zukunft abzusichern.“

Der „gläserne“ Schlachthof
Wichtig ist Sonnberg, dass Bio-Bauern für ihre Arbeit mit den Tieren einen fairen Preis erwirtschaften; und dass sich Kunden darauf verlassen können, dass auch Bio drinnen ist, wo Bio draufsteht. „Vertrauen wiederum verlangt Transparenz“, weiß Sonnberg-Geschäftsführer Manfred Huber. Der Mühlviertler Bio-Pionier sieht darin nicht nur ein Schlagwort, sondern eine Grundeinstellung. So ist es aufgrund exakter Dokumentation möglich, jedes von Sonnberg vermarktete Produkt dem Herkunftsbauernhof und dem konkreten Tier zuzuordnen.
Nichts zu verbergen hat Sonnberg auch bei den Produktionsabläufen. Schon bei der 2011 eröffneten Wursterei wurde diese als Schaubetrieb angelegt. Und im neuen kombinierten Schlacht- und Verarbeitungsbetrieb sollen Besucher wieder die Möglichkeit haben, den Weg des Produktes durch große Glasscheiben mitzuverfolgen – ausgenommen vom Schau-Pfad wird lediglich der Akt der Tötung, der in einem eigenen Raum ohne Fenster, aber überwacht durch eine Video-Kamera, erfolgt.





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